14. Juni 2015

Sichtbarer Halsausschnittbeleg

Als ich meine Version vom Basic Strandkleid von www.ki-ba-doo.eu hier im Blog und auf Facebook vorgestellt habe, waren viele von euch von meiner Ausschnittversion begeistert und haben mich gefragt, wie ich das so hinbekommen hatte. Leider lässt sich das nicht in einfachen Worten erklären, deshalb habe ich mir ein neues Tutorial für euch überlegt! Meine jüngste Tochter wollte auch so ein Kleid, nur in anderen Farben. Also konnte ich beim Nähen dieses Kleides gleich die einzelnen Schritte fotografieren.



Ich hoffe, die Erklärung ist verständlich, denn dieser Formbeleg ist schon eine kleine Herausforderung und verlangt wirklich genaues Arbeiten, sonst ist das Ergebnis nicht schön. Dieser Ausschnittversion kann natürlich auch bei anderen Kleidungsstücken genäht werden. Eines müsst ihr aber unbedingt beachten: der Halsausschnitt dehnt sich nicht, d. h. er muss so weit sein, dass ihr ohne Dehnung hineinschlüpfen könnt!

Als erstes bereitet ihr den Schnitt vor, denn ihr müsst einen Teil der Halsausschnitte wegschneiden. Diese Teile ergeben dann auch gleich euren Schnitt für den Formbeleg. Ich habe bei meinem Strandkleid in Gr. 146 entschieden, den fertigen Beleg 2,5 cm breit zu machen:

Hier markiere ich am Rückenteil die 2,5 cm

Und hier am Vorderteil

an den markierten Linien die Belege wegschneiden 

Nun habt ihr die fertigen Schnittteile für den Vorderteilbeleg und den Rückenteilbeleg. Diese legt ihr jeweils im Stoffbruch auf euren Kontraststoff (bei mir der rosa Jersey) und schneidet zwei Vorderteilbelege und zwei Rückenteilbelege im Stoffbruch zu:

Die vier fertigen Belege
Danach kommt ein wichtiger Schritt, der schon mal über ein schönes Ergebnis entscheidet: das Aufbügeln vom Vlieseline! Da der fertige Ausschnitt schön in Form bleiben soll, verstärken wir die Belege mit Vlieseline. Dadurch dehnt er sich zwar nicht mehr, aber da der Ausschnitt groß genug ist um ohne Dehnung hineinschlüpfen zu können, macht das nicht! Dafür sieht er fertig super aus!

Auf dem nachstehendem Foto zeigen ich euch einen der häufigsten Fehler, die man beim Aufbügeln von Vlieseline auf Formbelege machen kann! Beim ersten Foto seht ihr, dass ich den Vorderteilbeleg ganz glatt auf das Vlieseline gelegt habe - eigentlich könnte ich so aufbügeln. Aber wenn ich dann den Schnittteil auflege, sieht man, dass ich den Beleg doch ein wenig verzogen habe (was bei so dehnbaren Stoffen wie Jerseys ganz rasch gehen kann ohne, dass man es bemerkt!). Würde ich jetzt den Formbeleg im verzogenen Zustand mit Vlieseline fixieren, würde der Ausschnitt dann leider auch fertig verzogen sein - die Teile passen dann einfach nicht mehr exakt zusammen! Deshalb gibt es dafür eine ganz einfache Kontrolle: legt das Schnittteil auf den zugeschnittenen Beleg (die vordere Mitte ist dafür eure Hilfslinie) und zieht den Beleg in die richtige Position - zu sehen am 2. Foto:

klar zu erkennen: der Beleg ist verzogen, obwohl er ganz glatt am Bügeltisch liegt

nun ist der Beleg in der richtigen Position, und liegt immer noch glatt am Bügeltisch
 Das selbe macht ihr auf der anderen Seite. Einfach vorsichtig, damit der Beleg nicht mehr verrutscht, den Schnittteil auf die andere Seite legen und den Beleg wieder in die richtige Position ziehen. Jetzt könnt ihr das Vlieseline aufbügeln und habt einen exakten, nicht verzogenen Halsausschnittbeleg! So macht ihr es mit allen vier Belegteilen!

Der Schnittteil wird auch auf der anderen Seite zur Kontrolle aufgelegt und der Beleg in die richtige Position gebracht
Wenn ihr euch bei diesem Schritt Zeit lässt und wirklich exakt arbeitet, seit ihr auf dem besten Weg, einen schönen Halsausschnittbeleg zu nähen! Es klingt mühsam, aber glaubt mir - es lohnt sich!

Im nächsten Schritt legt ihr den Schnitt auf die zugeschnittenen Belegteile (auf die linke, also mit Vlieseline verstärkte Seite) und markiert mit einem Zauberstift oder Bleistift (ganz leicht aufdrücken, damit die Linie nicht zu dunkel wird) die Nahtlinien:

wichtig für die nächsten Schritte ist die Markierung der schwarzen Linien vom Schnittteil
(die helle Linie am Vorderteilbeleg ist nicht notwendig)
Jetzt könnt ihr jeweils einen Vorderteil- und einen Rückenteilbeleg an der Nahtlinie der Schulternähte aufeinanderstecken. Auch hier wieder exakt arbeiten und die markierten Nahtlinien genau aufeinanderlegen:

hier liegen die Nahtlinien genau aufeinander
Vorderteil- und Rückenteilbeleg aufeinander gesteckt
Ihr geht nun zu eurer Nähmaschine und steppt die Schulternähte. Es reicht völlig mit dem Geradstich, denn die Naht kann sich aufgrund des Vlieselines nicht mehr dehnen! Versäubert muss die Naht nicht werden - sie liegt, wenn der Beleg fertig ist, innerhalb der Belegteile.


fertig zusammen genäht!
Nach dem Nähen bügelt die Nahtzugaben auseinander, dann sind sie nicht so dick.

Jetzt werden die beiden Belege miteinander verbunden. Dazu steckt ihr beide wieder rechts auf rechts aufeinander und wieder sollen die Schulternähte von Innenbeleg (der Belegteil, der - wenn das Kleid fertig ist - auf eurer Haut liegt) und Außenbeleg (der Belegteil, den man beim fertigen Kleid sieht) exakt aufeinander treffen (ich weiß, ich verwende oft das Wort "exakt" - aber ohne dem geht es hier leider nicht! Und ihr wollt ja einen schönen, fertigen Halsausschnittbeleg haben, oder? ;-))

Außen- und Innenbeleg liegen nun an der Schulternaht exakt aufeinander - feststecken!
Legt und steckt beide Teile aufeinander, achtet eben auf die Schulternähte und die vordere bzw. rückwärtige Mitte. Ihr müsst die kürze, innere Nahtlinie aufeinanderstecken, denn da verstürzt ihr den Beleg (also näht die beiden Belegteile aufeinander). Die längere Nahtlinie (die ihr noch gar nicht markiert habt) wird später für das Aufsteppen auf den Halsausschnitt verwendet.

die aufeinander gesteckten Belegteile
Auch jetzt könnt ihr die Belegteile mit dem Geradestich zusammennähen:

fertig zusammengenäht
die Spitze am Vorderteilbeleg wirklich als Spitze nähen!

Schneidet nun die Nahtzugaben gleichmäßig zurück - ihr braucht nicht mehr als 3 - 4 mm. In den Rundungen schneidet ihr die Nahtzugabe zusätzlich bis knapp vor die Nahtlinie ein, damit sie sich schön legen kann.


 Und vorne in der Spitze muss die Nahtzugabe auch eingeschnitten werden. Aber aufpassen, nicht die Nahtlinie durchschneiden!



Jetzt kommt auch wieder ein wichtiger Schritt: das Bügeln! Als erstes bügelt ihr einmal kurz über die Nahtlinie. Diesen Schritt empfehle ich vor jedem Bügeln: einmal über die Nahtlinie kräftig mit Dampf bügeln, dann legt sich die fertige Naht viel besser. Grund dafür ist, dass der Ober- und Unterstoff unterschiedlich von der Nähmaschine transportiert werden. Das merkt man so eigentlich nicht, weil es wirklich kaum sichtbar ist. Mit dem Bügeln gleicht ihr das aus und die Nahtzugaben lassen sich viel besser auseinander bügeln.

Dann bügelt ihr so gut es geht die Nahtzugaben auseinander. Arbeitet immer auf einem kleinen Teil der Naht, sonst verdehnt ihr letztendlich doch den Beleg! Dann wendet ihr den Beleg und bügelt die Kante. Dabei entscheidet ihr euch für eine Seite, die euer Außenbeleg (also der Beleg, den man am fertigen Kleid dann auch sieht) wird. Diese Seite wird so gebügelt, dass die Naht einen Milimeter nach Innen schaut, so kann die Nahtlinie nicht vorblitzen:

Die Nahtlinie liegt 1 mm weiter innen
der fertig gebügelte Beleg
Ihr seht schon, mit Bügeln (und genauem Arbeiten) kommt ihr zu einem super Ergebnis! Es ist auch schon fast vollbracht - ein heikler Arbeitsschritt noch und schon seid ihr fertig!

Damit der Beleg rundherum auch gleich breit wird, markiert ihr mit einer synthetischen Kreide oder einem Zauberstift die fertige Breite auf der Innenseite des Beleges (also auf der Seite, die letztendlich auf eurer Haut liegt):

Meine Schneiderkreiden leiden leider immer an "Runterfalltitis" :-)

Jetzt benötigt ihr das Kleid. Dort müssen die Schulternähte bereits geschlossen sein. Ich habe für mein Strandkleid herrlich weichen Sommersweat von Lillestoff verwendet. Dieser fällt wunderbar, ist aber eine kleine Herausforderung beim Nähen, da er sich sehr leicht verzieht. Daher habe ich den Halsausschnitt innerhalb der Nahtzugabe (am besten, direkt auf eurer späteren Stepplinie) mit großen Geradstichen einmal rundherum abgesteppt. So verhindere ich, dass sich der Halsausschnitt beim Annähen vom Formbeleg verdehnt bzw. kann ich mit Hilfe des Steppfadens den Halsausschnitt sogar ein bisschen einhalten - aber nicht zu viel am Faden ziehen, sonst habt ihr kleine Fältchen. Gerade soviel, dass der Halsausschnitt genau auf den Beleg passt.

der abgesteppte Halsausschnitt
So, jetzt wird es zum letzten Mal ein bisschen schwierig, versprochen! Normalerweiße würde man den Beleg jetzt von der Seite des Kleides aufsteppen, so geht es nämlich leichter. Da hier aber die Gefahr ist, dass der Beleg nicht gleichmäßig breit wird (weil man ja nicht sieht, ob man auf der markierten Linie steppt), habe ich bei meinem Kleid von der Seite des Beleges genäht. Das habe ich in zwei Schritten gemacht. Zuerst einmal steckt ihr den Beleg auf den Halsausschnitt, und zwar so, dass die Spitze des Beleges auf die Spitze des Halsausschnittes und die Schulternähte aufeinandertreffen:




Wenn der Beleg festgesteckt ist, näht ihr von der Schulternaht bis zur Spitze hinunter den Beleg einmal fest und nehmt wieder alles aus der Nähmaschine (Anfang und Ende der Naht könnt ihr mit zwei, drei Rückstichen vernähen, dann trennt sich nichts auf).

Dann müsst ihr die Spitze des Halsausschnittes bis zur Naht einschneiden, damit ihr den Beleg auf die andere Seite vom vorderen Halsausschnitt wieder schön bis zur Schulternaht legen könnt. Wieder alles gut feststecken und bis zur Schulternaht festnähen (wer sich traut, kann dann auch gleich die Naht am Rückenteil weiterführen - achtet dabei auf die rückwärtige Mitte von Beleg und Kleid: die sollen wieder aufeinandertreffen!). Wer sich das nicht traut, nimmt das Kleid nach dem Steppen der zweiten, vorderen Naht wieder aus der Maschine, steckt den rückwärtigen Beleg auf den Halsausschnitt und steppt dann mit einer dritten Naht den Beleg fertig auf!


 Und jetzt - der finale Gang zum Bügeleisen!

Wenn ihr exakt (hurra, da ist es wieder - mein Lieblingswort *lol*) gearbeitet habt, legt sich der Beleg wunderbar um. Ihr müsst nur die Nahtzugabe nach innen bügeln (Achtung: als erstes wieder ÜBER die Naht bügeln und dann erst umbügeln). Ich habe die Nahtzugabe dann noch mit der Overlock versäubert (ihr nähe und versäubere den Ausschnitt wirklich in zwei Schritten! Mit der Overlock kommt man beim Aufsteppen des Beleges nie so schön zurecht. Daher zuerst mit der Nähmaschine aufsteppen und wenn die Naht passt, versäubern).

Ich habe die Nahtzugaben des Beleges nicht einmal mehr auf dem Kleid absteppen müssen, die Nahtzugaben bleiben auch so wunderbar innen. Außerdem habe ich bei dem Sommersweat Angst, mit einer zusätzlichen Steppnaht den Halsausschnitt wieder auszudehnen.

Tadaaaa - der fertige Halsausschnittbeleg


Ich weiß, diese Art des Formbeleges ist ein wenig mühsam und erfordert natürlich auch einiges an Übung. Aber es lohnt sich, findet ihr nicht???

Ich hoffe, ich habe alle Schritte ausführlich erklärt und ihr könnt anhand dieser Beschreibung nacharbeiten. Sollte ich das eine oder andere Mal zu schnell einen Schritt erklärt haben oder Ausdrücke verwendet haben, die ihr nicht kennt - bitte eine Email an mich! Ich bin ja gelernte Schneiderin, habe den Beruf vor langer Zeit in der Modeschule gelernt und damals haben wir sicher noch Ausdrücke verwendet, die Hobbyschneiderinnen vielleicht nicht bekannt sind. Daher kann schon mal das eine oder andere Wort unbekannt sein ;-)

Und jetzt seht ihr noch das fertige Kleid an meiner Jüngsten - achtung: Bilderflut :-)

Schnitt: Basic Strandkleid von Ki-Ba-doo
Stoff: Sommersweat in mint-weiß von Lillestoff, Jersey vom örtlichen Stoffgeschäft
Hut: aus dem letzten Sommerurlaub in Kroatien
Schuhe: Deichmann






Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachnähen - ich hoffe, ihr kommt mit meiner Erklärung zurecht! Falls ihr noch Fragen habt - ihr findet mich auf Facebook und Instagram! Oder ihr schickt mir eine Email. Ich bin für Anregungen und Kritik wirklich offen, denn das Tutorial soll euch helfen (und nicht verwirren ;-))

Euer

11. Juni 2015

Jetzt trau ich mich auch mal vor die Linse

Seit mich meine alte/neue Nähleidenschaft wieder gepackt hat, nähe ich ja auch immer wieder was für mich. Bis jetzt noch mit eher bescheidenen Erfolg, weil ich noch keinen Schnitt gefunden habe, der mir wirklich an mir gefallen hat. Aber damit ist jetzt endlich Schluß - ich bin fündig geworden!

Und zwar bei der lieben Claudia Holtgrefe, die uns in ihrem Shop www.ki-ba.doo.eu mit wunderbaren Schnittmustern für Kinder, Damen und Herren versorgt! Für meine Töchter habe ich schon einige Schnittmuster genäht, die haben wunderbar gepasst! Somit war ich zuversichtlich, auch für mich passende Schnitte dort zu finden - und dem war auch so! Vor Kurzem hat Claudia das "Basic Strandkleid" (für Mädchen und Damen) neu im Shop aufgenommen und ich wusste, das ist ist! Im Kopf hatte ich auch sofort ein gestreiftes Kleid (ob blau-weiß oder schwarz-weiß war ich mir da noch nicht sicher), dass ich mit einer kräftigen Farbe kombinieren wollte. Zu Hause hatte ich noch den herrlichen Sommersweat von Lillestoff in schwarz-weiß, dieser wurde es dann auch! Und da im Sommer pink zu meinen Lieblingsfarben zählt, wurde das mein Kontraststoff!


Ich habe mich streng an den Schnitt gehalten, habe nur den Beleg nach "meiner" Methode genäht. Den Gummizug habe zuerst, wie im Schnitt vorgesehen, eher in Hüfthöhe festgenäht. Das hat meiner Figur aber so gar nicht gepasst, daher kam der wieder runter und ich habe eher in Taillenhöhe ein schmales Gummiband gleich direkt auf der Innenseite festgesteppt. Ohne Tunnelzug und mit der Zwillingsnadel; beim Nähen habe ich den Gummi entsprechend gedehnt. So gefällt es mir an mir einfach besser!

Nachstehend eine Premiere: Fotos von MIR und mit MIR!!!!!!!!!!!!! Oh mein Gott ;-))) Ich fotografiere ja leidenschaftlich gerne, aber kann mich selbst nicht auf Fotos sehen. Aber ich möchte zukünftig mehr für mich nähen und dann auch die fertigen Kleidungsstücke an mir herzeigen (und nicht immer nur schön drapiert auf einem tollen Untergrund) ... ich habe mir sogar endlich einen Fernauslöser für meine Kamera gekauft! Daher: Überwindung! Und tadaaaa ... hier sind sie! Habt Nachsehen, ich muss erst ein bisschen warm vor der Kamera werden, daher wirken die Fotos noch ein wenig unentspannt :-) Aber ich gelobe Besserung!


Weil mir das Kleid etwas zu kurz war (ich verdecke gerne meine Knie zumindest zur Hälfte), habe ich am Saum noch einen pinken Streifen angenäht und mit der Zwillingsnadel in pink am Sweat abgesteppt - ein toller Blickfang. Und so hat das Kleid für mich die richtige Länge.


Und damit es an der Taille auch ein bisschen bunter ist, habe ich aus Jerseystreifen einen Gürtel geflochten. Dazu habe ich einfach mit dem Rollschneider 2 cm breite Streifen über die gesamte Stoffbreite zugeschnitten - aus pinkem, weißem und schwarzem Jersey. Einmal kräftig an jedem Streifen gezogen, dann rollen sie sich wunderbar ein und schon kann man flechten. Die beiden Enden habe ich mit einem schmalen Stück Filz "eingefasst".


Den Ausschnitt aus pinkem Jersey habe ich vor dem Nähen mit Vlieseline verstärkt - so legt er sich wunderschön und bleibt auch richtig gut in Form. Der leichte Sommersweat war beim Annähen des Beleges eine kleine Herausforderung, weil er sich seeeeehr dehnt. Nachdem ich den Beleg zwei Mal wieder vom Halsausschnitt runter trennen musste, habe ich den Halsausschnitt am Kleid mit großen Geradstichen innerhalb der Nahtzugabe abgesteppt und ganz leicht am Unterfaden gezogen und so eingehalten und vor dem Ausdehnen bewahrt. Nur so stark ziehen, dass er zum Beleg passt aber keine Fältchen wirft - das hat dann geklappt!


Ich bin so richtig glücklich mit dem Kleid, auch wenn Streifen vielleicht nicht wirklich vorteilhaft für etwas größere Proportionen ist ... aber diese wegzaubern kann ein einfärbig schwarzes Kleid auch nicht ("Schwarz macht schlank!") :-))) Mir gefällt es und ich fühle mich wohl, das zählt!



Ich denke, ich werde mich auch mit dem Kleid ins Büro trauen, denn es ist weder zu kurz noch schulter- oder rückenfrei! Da sollte es an einem terminfreien Tag ja wohl kein Problem sein. Mal sehen, wie es mit einem schwarzen Blazer aussieht ...

Ich kann einfach nicht posen *lach*

Somit wünsche ich euch einen fantastischen Sommer!!! Ich werde mir sicher noch ein oder zwei solcher Strandkleider nähen und dabei mit unterschiedlichen Stoffen experimentieren! Schließlich fahren wir ja im August nach Kroatien, da sind Kleider ein Muss :-)

Euer

14. Mai 2015

Mein 4. Tutorial und zugleich mein erstes Schnittmuster!!

Oh mann, das war jetzt aber eine Herausforderung für mich :-)))

Vor vielen, vielen Jahren als ich noch mit meinem Ein-Frau-Unternehmen selbständig war, kam eines Tages eine liebe Kundin (ich weiß leider nicht mehr, wer das war - falls es jemand weiß, bitte melden!!!) auf mich zu und fragte mich, ob ich für den Sommer nicht ganz einfache Bandanas in bunten Farben anfertigen möchte. Gefragt, überlegt und auch schon getan - und sie haben sich als DER Renner entwickelt! Damals habe ich sie auch nach Kundenwunsch mit dem Namen, einem Kosenamen und/oder einem kleinen Motiv bestickt. Aber das muss nicht sein, denn mittlerweile gibt es so viele bunte Jerseystoffe für Kinder und Erwachsene, die sind alleine schon ein Hingucker.

Und weil ich ja mittlerweile wieder liebend gerne für meine Mädels und mich nähe und ich mich in zwei Facebookgruppen rund ums Nähen so pudelwohl fühle, gibt es jetzt genau dieses Bandana als mein 4. Tutorial und mein 1. Schnittmuster gratis für euch!

Wie das so ist mit den ersten Versuchen wird es vermutlich auch bei diesem Schnittmuster noch den einen oder anderen kleinen Fehler geben, weshalb ich euch bitte, mir entsprechendes Feedback zu geben - entweder hier als Kommentar oder per Email (rechts oben, der Button mit dem Brief). Ihr würdet mir damit wirklich helfen und allen anderen, die das Schnittmuster auch verwenden möchten, Ärger ersparen ;-))

Aber hier ist es - das 5-Minuten-Bandana!!!! Denn wenn ihr eine Overlock besitzt, braucht ihr wirklich kaum länger.

Meine Jüngste (ganz rechts) mit zwei ihrer Freundinnen, die mir als Models gedient haben


Das Schnittmuster ist One-Size, passt wie ich meine ab 2 Jahren bis zum Erwachsenen. Sollte es aber doch zu klein oder groß sein, lässt es sich ganz einfach anpassen: Schnittmuster vom Kopfteil einfach in der Mitte der Länge und Breite nach durchschneiden und entweder die vier Teile etwas übereinander oder auseinander schieben - fertig! Das Bindeband entsprechend anpassen.


Dieses Bandana eignet sich hervorragend um Jerseyreste abzubauen! Ihr braucht entweder ein Stück gemusterten Jersey und einen Streifen einfärbigen oder nur gemusterten oder nur einfärbigen - ganz wie ihr es wünscht! Ich habe zusätzlich noch bei einem Musterbandana eine meiner Jerseyblumen angenäht - die Anleitung dafür findet ihr hier.

Als erstes müsst ihr euch das Schnittmuster herunterladen und ausdrucken (beim Ausdrucken bitte beachten, dass das Schnittmuster im Querformat ohne Skalierung bzw. Anpassung ausgedruckt wird! Ihr habt auf jeder Seite ein Kontrollkästchen, das 1 x 1 cm groß sein muss). Dann wie gewohnt die einzelnen Teile ausschneiden und zusammensetzen. Die Teile sind von A bis E gekennzeichnet und ihr findet auf den Teilen immer eine Anstoßlinie für den nächsten Teil. Eine Klebefläche habe ich bereits in diesen Teile hinzugefügt.

Wenn ihr die Teile fertig habt, im Stoffbruch je einmal zuschneiden. Ihr habt dann ein (hier bei mir gemustertes) Kopfteil und ein (bei mir einfärbiges) Bindeband, so wie auf dem Foto unten. Das Bindeband der Länge nach in die Hälfte bügeln, linke Seite innen. Markiert euch mit einem kleinen Schnitt die Mitte am Kopfteil (nur an der flach gebogenen Linie - siehe Foto) und die Mitte sowie die kleinen Markierungen vom Schnitt am Bindeband.


Dann setzt ihr euch zur Overlock und versäubert das Kopfteil (gestrichelte Linie am unteren Foto). Ich mache das meistens in einer schönen Kontrastfarbe, das sieht dann gleich wie eine Ziernaht aus. Wer keine Overlock hat, kann einen schmalen Rollsaum mit der Nähmaschine machen.


Wenn ihr das Kopfteil versäubert habt, bügelt ihr einmal kurz darüber und nehmt jetzt das bereits in die Hälfte gebügelte Bindeband zur Hand. Steckt dieses nun auf das Kopfteil indem ihr die Markierungen der Mitte aufeinander steckt und die jeweiligen Enden des Kopfteiles auf eine Markierung am Bindeband treffen.



Das Bindeband wird mit der Schnittkante auf die rechte Seite des Kopfteiles gelegt, die jeweiligen Markierungen treffen aufeinander.


 

Jetzt setzt ihr euch zum 2. und letzten Mal zur Overlock (ich sagte ja, das geht sich in 5 Minuten locker aus ;-)) und verbindet Kopfteil und Bindeband mit einer einzigen Overlocknaht. Solltet ihr keine Overlock besitzen, näht ihr mit einem Zickzackstich oder einem elastischem Stich, das funktioniert auch sehr gut. Ihr fängt bei einer Rundung vom Bindeband zu versäubern an, näht bis zum Kopfteil, fasst dieses mit der Overlocknaht gleich mit und näht wieder bis zur anderen Rundung in einem durch. Lasst jeweils am Anfang und Ende der Overlocknaht die Fäden etwas länger, sodass ihr diese entweder in die Overlocknaht mit einer großen Nadel hineinzieht und so vernäht. Oder ich setzt euch zu euer Nähmaschine und näht die Enden mit ein paar Zickzackstichen auf der Overlocknaht fest - so kann auf keinen Fall die Overlocknaht aufgehen!



Wenn ihr die beiden Overlockenden versäubert habt, bügelt ihr einmal kurz über die Overlock naht und bügelt Kopfteil und Bindeband schön auseinander und schon seid ihr fertig!!!!


Wenn ihr wollt, könnt ihr nun noch eine Jerseyblume oder eine Häkelblume oder einfach nur einen schönen Knopf als zusätzliche Verzierung aufnähen. Oder wenn ihr eine Stickmaschine besitzt, könnt ihr auch z. B. einen frechen Kosenamen aufsticken (ich habe ein kleines "Zornröschen" zu beschenken ;-))!


Sobald es das Wetter erlaubt, werde ich diesen Post noch um einige Tragefotos ergänzen ... aber im Moment ist es leider sehr verregnet und ich möchte die 5-Minuten-Bandana bei Sonnenschein fotografieren; eben dann, wenn man sie auch wirklich benötigt! Update: Tragefotos, auch ohne Sonne, findet ihr weiter unten :-)



Meine jüngste Tochter und zwei ihrer Freundinnen hatten heute Rießenspaß mir als Models zur Verfügung zu stehen! Zwar hat sich die Sonne nicht blicken lassen, aber die Fotos versprühen trotzdem jede Menge guter Laune :-))







"Mama, jetzt reicht es aber!" :-))

Ein Wort noch in eigener Sache: Das Schnittmuster ist nur für den privaten Gebrauch gedacht und soll nicht verkauft oder weiter gegeben werden. Sehr gerne könnt ihr natürlich einen Link hier her in eure Blogs stellen, bitte aber nicht das Schnittmuster direkt zum Downloaden! Ich kann es natürlich nicht verhindern, wenn jemand den Schnitt für gewerbliche Zwecke nützt ... aber ich würde mich über so viel Respekt meiner Arbeit gegenüber natürlich freuen!

Viel Spaß beim Nachnähen - ich freue mich wie immer auf Euer Feedback und auf Fotos Eurer Werke!

Euer


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